|
Nous Deux
Hebdo Nr. 2924 vom 15. bis zum 21. Juli 2003 |
|
|
| Ich habe denjenigen getroffen, der dank dem Herzen meines Sohnes lebt. Im Januar 2002 hat Pascale Lilla den Willen ihres Sohnes Denis seine Organe zu spenden respektiert. Er ist mit 18 in einem Autounfall gestorben. Das Schicksal hat 2 Schweizer Familien, der vom Spender und der vom Empfänger, erlaubt, gegen die Anonymität zu verstossen.
Pascale Lilla: In seiner Schulklasse war ein Kind, das krebskrank war. Sie haben von der Organspende gesprochen. In seinem Hirn hat es geschaltet. Wir haben zu Hause davon gesprochen. Meine 2 Söhne und ich waren eine einelterliche sehr vereinte Familie. Es gab viel Liebe unter uns. Für Denis, der gross und sportlich war, war es wahrscheinlicher, eine Ärzte-Hilfe zu erhalten als die Organspende. Aber wenn man dieses Prinzip akzeptierte, musste man bis zum Ende der Überlegung gehen. Und Denis hatte sich entschieden, eine Spender-Karte zu unterschreiben. Und das Schicksal hat auf Ihre Tür geklopft .. Ja, Denis hatte einen Unfall am 5. Januar 2002, 300 m von zu Hause entfernt, in der Schweiz. Nachdem er auf dem Glatteis ins Schleudern gekommen war, war sein Auto in eine Mauer gerast. Er hatte nur einen Aufprallpunkt an der linken Schläfe. Ein Helikopter hatte ihn ins Spital gebracht. Dort haben wir, mein anderer Sohn Guy und ich, während 3 Stunden gewartet, ohne irgendwelche Information zu erhalten. Wir mussten böse werden, um bei ihm zu sein. Die Prognose war abhängig von der Abwicklung des Hirnödems, das sich langsam beseitigte. Denis war im Koma aber wir haben nie aufgehört, ihn anzusprechen, ihn zu ermutigen, zu kämpfen. Als das Ödem brutal grösser geworden war, hatten wir verstanden, dass er sterben würde. Wann ist die Frage der Entnahme vorgekommen? Wir haben den Entscheid vorausgenommen, indem wir ihnen gesagt haben, dass Denis sehr für die Organspende gewogen war. Sie haben mir geantwortet: Frau Lilla, er ist noch nicht tot. Am Ende des Tages haben der Intensivstationsarzt und der Neurologe bestätigt, was wir schon wussten. Wir sind allein mit Denis geblieben, um ihm mit lauter Stimme zu sagen, dass er gehen durfte. Maschinen haben ihn am Leben gehalten bis zum Moment der letzten Tests. Ich hätte gern meinen Sohn berühren können, bei seinem Gehen den selben physischen Kontakt wie bei seiner Geburt haben, aber wir waren hinter einem Vorhang. Der Hirntod wurde festgestellt. Denis hatte seine Wahl gemacht, wir haben seine Wahl respektiert. Er ist nicht für nichts von uns gegangen. Sieben Organe wurden entnommen, zugunsten von acht Empfängern. Haben Sie den Empfänger des Herzens getroffen? Tatsächlich kannte eine Kameradin von Denis Jem, der eine Herztransplantation gehabt hatte. Sie hat ihn darauf aufmerksam gemacht, dass das Datum seiner gehabten Transplantation und das Datum des Todes von Denis übereinstimmten. Da wir eine Stiftung Weiterschenken gegründet haben, habe ich an einer Fernsehsendung teilgenommen, die auch die Familie von Jem gesehen hat. Von meiner Seite habe ich in der Presse einen an Jem gewidmeten Artikel gelesen. Seine Mutter hat ein Treffen hervorgerufen. Fünf Stunden später haben wir uns begegnet. Wir haben das Fotoalbum vorgenommen. Wir haben zusammen gegessen. Jem (22 Jahre alt) und mein Sohn (18 Jahre alt) haben über Computer gesprochen. An dem Tag ist die Freundschaft zwischen unseren 2 Familien entstanden. Für Sie, ist das Herz das von Denis? Es ist ganz klar: Das Herz ist dasjenige von Jem. Sein Myopathe-Herz, das bedroht hatte, nicht mehr zu schlagen, wog acht Kilos. Um so eine beträchtliche Höhlung zu füllen, brauchte es ein Spender, der gross und sportlich war. Der Tod von Denis ist seine Abwesenheit, nicht die Organ-Entnahme. Ich vermisse ihn in seinem täglichen Leben, seine Fröhlichkeit, seinen Humor, seine Wärme. Für mich ist er voll ganz gegangen. Es scheint paradox zu sein. Ihn kremieren lassen, wie wir es seit langer Zeit entschieden hatten, wurde für mich schmerzhafter als die Entnahme. Welche sind die Ziele Ihrer Stiftung? In der Schweiz eine Spenderkarte zu verteilen, deren Daten in einem informatisierten Register registriert sind. Informationskampagnen zu organisieren. In der ärztlichen, politischen, kulturellen und sportlichen Welt freiwillige Botschafter zu finden, um unsere Stiftung zu unterstützen. Auf unserer Internetseite ein Diskussionsforum vorzuschlagen. Auf dieser Seite hat sich der Empfänger der Lungen von Denis gemeldet, um seine Dankbarkeit auszudrücken. Ein 19-jähriger Junge. Marie Bourdin *Weiterschenken (Passez le Relais) Tel.: (0)21.964.19.15 mit Vorwahl 0041 ab Frankreich. E-mail: info@passezlerelais.org et www.passezlerelais.org - Zu lesen - Le don d'organes (Die Organspende), Marlyse Tschui, éd. Anne Carrière |
||
|
|
||