Le Nouvelliste - 26/11/2002
Ein neues Leben schenken

Es ist dringend, den Schleier auf dem delikaten Thema von Organspenden aufzudecken. Die Geschichte von Denis Baer-Lilla, junger Spender, sollte ein Beispiel sein.

Denis Baer-Lilla starb letzten Januar auf eine tragische Weise. Dank seiner Organspende hat er sieben Leben gerettet. ldd
Es sind ungefähr jedes Jahr 50 in unserem Land, die sterben, weil sie ein Organ nicht rechtzeitig erhalten haben. Es sind mehr als tausend, die auf der Warteliste für eine Transplantation erscheinen. Aber nur die Hälfte von ihnen hat eine magere Chance, das Organ zu bekommen, das sie brauchen, um im besten Fall gerettet zu werden und um ein neues Leben anzustreben. Für die anderen geht das Warten auf ein Herz, eine Niere, eine Leber, Lungen oder eine Bauchspeicheldrüse weiter. Diese prekäre Situation könnte verbessert sein, wenn jeder sich entscheiden würde, seine Organe zu spenden.

Ein Leben steht auf der Kippe....

Dieses Thema ist nicht neu. Es müsste nicht mehr Tabu sein, da man seit mehreren Jahren davon spricht. Als Beweis ist die Nationale Schweizer Stiftung Swisstransplant seit 1985, d.h. seit mehr als 15 Jahren, aktiv. Leider realisieren zu wenig Personen wirklich und konkret, was eine Organspende ist, was sie voraussetzt und vor allem wie sie sich vollzieht.

Hier treten Pascale und Guy Baer-Lilla ein. Am 6. Januar 2002 starb Denis Baer-Lilla, Sohn von Pascale und Bruder von Guy bei einem Autounfall. Er war 18 Jahre alt. Lange vor dieser Tragödie hatte Denis oft die Organspende zur Sprache gebracht. „Er hatte mir davon mehrmals erzählt“ erinnert sich seine Mutter. „Er hatte mir gesagt, dass, wenn ihm etwas passieren würde, man seine Organe spenden sollte. Seit diesem Gespräch war die Organspende für uns selbstverständlich. Denis hatte übrigens zwei Spenderkarten mit sich, eine in seinem Portemonnaie für die Stadt und die andere in seinem Portemonnaie, das er für den Sport benützte. Denis wusste es... Er ahnte, dass er bald sterben würde. Er hatte es mir erzählt. Für die Festtage am Ende des Jahres hatte er einige Tage vor seinem Tod sogar ein Familientreffen organisiert und ich erinnere mich daran, dass er am 30. Dezember durch den Film, der dieses Thema behandelt und dessen Titel „Eine bessere Welt“ heisst, sehr tief bewegt gewesen war. Er hat mich dann gebeten, weiterzuschenken..

... und sieben Leben wurden somit gerettet

Dank dem Gewissen und der Grosszügigkeit von Denis Baer-Lilla haben sieben Familien das Glück wieder aufgenommen. Sieben Kranke haben – durch die Organe von Denis – das Lächeln und die Lebensfreude wieder gefunden. Was Denis betrifft, ist er heute sicher in einer besseren Welt. Er hat weitergeschenkt und kann stolz darauf sein, wie auch seine Mutter und sein jüngerer Bruder es sind. Und Sie ? Haben Sie daran gedacht, weiterzuschenken?
Christine Schmidt

“Man muss unbedingt ein Informatik-Spender-Register kreieren“

Nach dem Tod von Denis haben sein Bruder Guy und seine Mutter Pascale Baer-Lilla beschlossen, eine Stiftung zu Gunsten der Organspende zu gründen. So wurde die Stiftung „Passez le Relais“ vor kurzem in Montreux gegründet. Ihre Ziele sind, eine Karte zu kreieren, die alle Organspender in einer Informatik-Datenbank zählt, diese Karte dem Publikum bekanntzugeben, aber auch mehrere Informations-, Diskussions- und Treffenveranstaltungen zu organisieren.
Frau Baer-Lilla wurde mit einer besonders mühseligen Situation konfrontiert, als ihr erstgeborener Sohn starb. Denis war Spender, er hatte sogar zwei Spenderkarten gehabt. Nur hatte er sie am Tag des Unfalls nicht bei sich gehabt und seine Mutter musste lange Verfahren unternehmen, so dass die Ärzte endlich akzeptierten, die Organe von Denis zu entnehmen. „So etwas sollte nicht mehr passieren !“ erhebt sich Frau Baer-Lilla. Die Prozedur der Organspende hat eine grosse Lücke wegen des Strukturenmangels, die den geeigneten Willen des Spenders bestätigen würde. Heute gibt es keine ausführliche Liste der potentiellen Spender. Deshalb ist es dringend, ein offizielles Informatikregister der Spender zu kreieren, das allen Spitälern in der Schweiz wie auch auf der internationalen Ebene zugänglich wäre.”
ChS
Erster Unterstützungsabend in Anwesenheit von mehreren Wallisern

Diesen Donnerstag wird sich vornehme Gesellschaft im Montreux Palace für den ersten Unterstützungsabend zu Gunsten der Stiftung „Passez le relais“ treffen. Dieses Treffen, das erste von einer langen Serie, wurde organisiert, um Gelder zu sammeln und dem „Relais“ zu erlauben, am hellichsten Tag weitergeleitet zu sein, ohne Schleier und ohne Tabu, mit dem einzigen Willen, ein gastliches Moment zu teilen, und gleichzeitig über existentielle Themen zu sprechen. Mehrere Persönlichkeiten von politischen, wirtschaftlichen, ärztlichen, filmkünstlichen Umfeldern sind erwartet... Mehr als 350 Personen werden in der Tat am Donnerstag abend in Montreux erwartet. Und die Walliser werden auch dabei sein: Romaine Jean, Journalistin bei der TSR, Blaise Schmidt, Arzt, Guy Vaudan, Präsident von Bagnes, Pierre-Cyrille Michaud, Präsident von Bovernier, aber auch Christophe Darbellay, Vizedirektor vom Bundesamt für die Landwirtschaft., oder auch der Weinhersteller, Philippe Varone, um nur die zu zitieren, die entschieden haben, die Stiftung „Passez le Relais“ zu unterstützen. Man wird besonders die grosszügige Tat von Philippe Varone betonen, der alle Weine für dieses Abendessen offerieren wird. „Ich wurde durch das Verfahren von Pascale Baer-Lilla, Gründerin von „Passez le Relais“ hingerissen“ erzählte Hr. Varone. Diese Angelegenheit steht allen nah, sie betrifft alle. Es ist das erste Mal, dass ich an dieser Art von Aktionen teilnehme, und ich hoffe, auf diese Weise beizutragen und auch weiterzuschenken”
ChS
Zum Weiterschenken

Das grosse Publikum ist eingeladen, die Stiftung „Passez le relais“ zu unterstützen. Es kann in einem ersten Schritt eine Gabe an die Banca del Gottardo, Konto CD 648 949.02, clearing 8613,
ccp 69-6966-7 eingezahlt werden, um das Projekt der Stiftung vorwärts zu treiben. Es kann auch die Internet-Seite der Stiftung mit der Adresse www.passezlerelais.org angeschaut werden.
Zudem wird es vom 5. Bis 24. Dezember am Weihnachtsmarkt auf den Strassen von Montreux erwartet, um die Stiftung kennenzulernen und sich über die Organspende zu informieren. Ein Kalender von Elitesportlern, gewidmet für die Stiftung, wird in einer begrenzten Auflage mit noch nicht veröffentlichten Photos von unseren Sportlern verkauft, die das Relais auf ihre Art weitergeben.
ChS