Aussage
29.12.2002: Datum, an dem das Leben meines Vaters und meiner Familie umstürzte, aber auch das von anderen Familien.. Sie werden verstehen, warum.

Die Ärzte haben uns seit dem Anfang keine Hoffnung gelassen. Der Verkehrsunfall, dessen Opfer unser Vater war, hat ihn in den sogenannten Zustand „Hirntod“ sinken lassen (nur eine Person, die einen Hirntod hat, kann Organspender werden), was
die Zahl der Spender stark reduziert. Doppelter Schock: dem Schock des schlimmsten Unfalls fügt sich die Frage der Organspende bei. Was es uns betrifft, hatten wir in der Familie darüber gesprochen, als er noch lebte. Er war Spender und wir respektierten seinen Entscheid. Die Frage stellte sich somit nicht (man muss wissen, dass, auch wenn eine Person eine Spenderkarte auf sich hat, kann die Entnahme ohne die Einwilligung der Familie nicht ausgeführt werden).

Was es uns betrifft, ab dem Moment wo der Hirntod gemeldet wurde, hatten wir unseren Vater verloren. Aber gleichzeitig atmete er künstlich, ja sicher, sein Puls und sein Herz waren einwandfrei. Was für eine Verworrenheit!

Was man noch wissen muss, ist, dass es durch die Organspende auch all diese Wartestunden gibt, wo die von Swisstransplant verlangten Hirnuntersuchungen gemacht werden müssen (alle 6 Stunden während 12 Stunden), um sicher über die Diagnose und den irreversiblen Zustand des Patienten zu sein. Der Körper der Person ist dann durch medizinische Apparate am Leben gehalten. Das Hirn befehlt nicht mehr die Lebensfunktionen, die Atmung ist dann künstlich geworden, die Körpertemperatur ist ständig gehalten (wenn es nötig ist, auch durch wärmende Decken), die Organe müssen viele Flüssigkeit erhalten, damit sie Sauerstoff erhalten. Unser Papa mit einer schlanken Korpulenz ist „riesig dick“ geworden (12 Liter Flüssigkeit injiziert in 12 Stunden)! Viel psychologische Kraft um diesen schlechten Moment durchzustehen, aber alles das in der unendlichen Hoffnung, einige Leben zu retten!

Um dieser Situation entgegenzutreten, erlauben wir uns, Ihnen zu sagen, wie wichtig es ist, im Familienkreis darüber zu sprechen.

Was es uns betrifft, ist unser Vater nicht ganz tot trotz den täglichen Schwierigkeiten der Trauer. Auch wenn wir sehr genau wissen, dass die transplantierten Personen ganz unterschiedliche Leute sind, als er war. Das Leben hat gegen den Tod durch diese Organspende gewonnen. Wenn wir das „bluz“ haben, wissen wir, dass es bis heute mindestens 3 Personen (2 Nieren-Transplantationen und eine Lebertransplantation) gibt, sowie ihre Familie, die an diesem 29.12.2002 ihr Leben dank unserem geliebten Papi und dem guten Willen unserer Mutter verändert gehabt haben. Diese Personen müssen wissen, wenn sie diesen Artikel lesen, dass wir unendlich glücklich sein würden, Ihre Nachrichten in 1 Tag, 1 Woche, 1 Monat,
1 Jahr oder länger, je nach ihrem Wunsch, zu haben. Wir sind und werden immer für Sie da sein. Sie sind ein Teil unserer Geschichte.


Für die Leute, die sich der Organspende weigern, respektieren wir Ihre Wahl, aber, Sie müssen wissen, dass die Wahrscheinlichkeit gemäss den Statistiken sehr gross ist, dass Sie sich eines Tages auf der Liste der Empfänger befinden als auf jener der Geber. Eines Tages vielleicht werden Sie sich oder ein Verwandter von Ihnen auf dieser Warteliste befinden. Das Warten ist manchmal tödlich wegen des Mangels der Geber und wegen Leuten wie Sie, für die die fleischliche Hülle so wichtig ist!!



SEPPEY-FOLLONIER Natacha, HERMANCE, Genf
FOLLONIER Johanna, Siders, Wallis


Wenn Sie mich kontaktieren möchten: Tel. 022/751.18.48

Kundgebungen

Mein Name ist John Chevalley, ich bin gerade 50 Jahre alt geworden und ich warte auf eine Transplantation seit 2 _ Jahren. Am Anfang musste es eine Herz-Transplantation sein, aber mit der Zeit haben die Ärzte festgestellt, dass auch die Lungen befallen waren und die Herz- und Lungentransplantation notwendig war. Ich bin der einzige anerkannte diplomierte Trainer von ASF und Jeunesse & Sport, und warte auf eine Transplantation.

Alles hatte mit 16 angefangen, als mir die Ärzte die Hodgkin Krankheit diagnostiziert haben, in der Endephase IV. Ich war während 18 Monaten im Spital von La Chaux-de-Fonds, wo ich mit Chemotherapie und Kobalt behandelt wurde, die Ärzte glaubten, dass ich das nicht überleben würde. Meine Krebskrankheit wurde besiegt, aber mein physikalischer Körper hat sehr daran gelitten und ich musste viel Zeit im Spital verbringen. Ich habe viele Operationen durchgemacht: By-Pass, das Setzen von einer künstlichen Lungen-Arterie und am Schluss noch ein Pace-Maker, der während eines Aufenthalts im Spital ausgefallen ist, man nennt das Glück. Mein Brustbein wurde durch die Chemotherapie zerstört und man hat mir eine Prothese eingesetzt, die der Körper verweigert hat, deshalb eine Hauttransplantation. Die Krankheit und das Leiden kenne ich gut.

Heute ist mein Herz im Herzbeutel gefangen, der steif geworden ist, und es hat Mühe zu schlagen, und meine Lungen sind auch krank. Ich funktioniere langsam, ich musste auf viele Sachen verzichten: Ich war Fussballspieler bei FC La Chaux-de-Fonds, ich war auch Junior Trainer beim F.C. Carouge und F.C. Champel und auch Junior Präsident vom F.C. Vessy. Aber nach und nach musste ich alles aufgeben. Ich bin verheiratet und habe ein 5 1/2-jähribes Kind, das mich Richtung Leben vorwärtstreibt, und mit dem ich viele Sachen unternehmen möchte, die ich heute nicht machen kann; wie Fussball spielen, rennen, Velo fahren, das Kind auf meine Arme tragen. Einfache Sachen, die die meisten Leute machen, die für mich jedoch unmöglich sind. Ich musste in meinem Leben auf viele Sachen verzichten, die ich gerne gehabt hätte. Das alltägliche Leben ist nicht einfach, wenn man auf eine Transplantation wartet. Alles wird schwierig und kompliziert. Manchmal ist die Moral auch nicht da.

Meine einzige Hoffnung ist es, einen kompatiblen Geber zu finden, bevor mein Körper mehr und mehr krank wird. Im Moment hält er noch, aber ich weiss nicht, wie viel Zeit es noch dauern wird.

Meine Transplantation wird nicht einfach sein, die Ärzte haben es mir gesagt und die Chancen, dass die Operation erfolgreich wird, sind 50%. Aus diesem Grund wollten sie, dass ich mit den Folgen einverstanden wäre. Ich habe viel nachgedacht, bevor ich diesen Entscheid getroffen habe, aber die Lebenskraft ist stärker, und ich habe ein kleines Kind, das ungeduldig darauf wartet, mit einem gesunden Vater Velo- oder Ski zu fahren.

Ich stelle mir dieser Gefahr, denn das Leben ist ein Risiko, und ich hoffe, dass ich mit meiner Kundgebung alle Personen berühre, die noch an der Idee zweifeln, Organspender zu sein. Sie können mit Ihrer Spende Leben retten und Freude und Leben in eine Familie bringen. Ausserdem können sie dem Verlust eines geliebten Menschen einen Sinn geben, indem Sie sich sagen, dass dank ihm das Leben in einem anderen Heim zurückkehren wird. Organspender zu sein ist eine grossartige Grossmut- und Liebestat. Sie können Personen retten, die ohne Ihre Hilfe zu sterben verurteilt sind.

Ich glaube an die Solidarität und die Grossmut des Menschen. Danke an alle Spender.

John Chevalley

Gemacht am 8.11.2002 – Originaltext des Autors

Zwischen Protokol und Arztgeheimnis, müssen wir komunizieren. .
Senis hat weitergeschenkt an diesen 19 Jahre alten Mann
Ein neuer Lebensanfang..
Die Mutter und sein Bruder
Danke für diesen schönen Bericht!

An die Familie des Spenders.

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

Ich kenne Sie nicht, so wenig wie Sie mich kennen.

Aber es ist nicht wichtig, weil so oder so ist ja die Anonymität die Regel die zu repsektieren ist in unserer Situation. Nur die Generosität des Spenders, das Gelingen der Operation und die Bekanntgabe dieses Erfolges im Kreise seiner Familie sind wichtig. Dies ist der Grund warum sie mir viel bedeuten, ohne dass ich Euer Gesicht kenne.

Sie müssen wissen, dass ich seit einem halben Jahr ein neues Leben lebe, dank der Lunge die ich geschenkt bekam. Nach so vielen Jahren des Kampfes hatte mich die Krankheit in die Knie gezwungen, und wie ich die Kraft nicht mehr hatte mich gegen diese Krankheit zu wehren, die seit meiner Geburt an mir nagte, erschien ein Licht, eine Hoffnumg mit einem Anruf aus dem Spital.

Heute, mit meinen 19 Jahren, konnte ich meinen Beruf wieder aufnehmen, Sport der mir gefällt betreiben und mit meinen Freunden ausgehen. Vom Überleben bin ich ins Leben getreten, jeden Tag danke ich dem Himmel dieses Wunder. Ich danke aber demjenigen oder derjenigen die mir dieses Geschenk gemacht hat noch viel mehr, der mir erlaubt das zu erleben was ich jetzt erlebe.

Liebe Familie, Ihr die diese Person mit Eurer Liebe umgeben habt, ich fülle meine Lungen um Ihnen meine Verbundenheit und Dankbarkeit laut heraus zu schreien! Ich hoffe dass die Geste dieser Person Ihnen über die Trennung hinweghilft!

Heute, 30. August 2002, Denis wäre 19 Jahre alt gewesen.

Danke an die empfänger, dass ihr völlig für euch und für eure Zukunft lebt.

Freundliche Grüsse
Die Familie
Guy und Pascale Lilla